Die Umgestaltung des Schaugartens im KGV Flora Stötteritz

Unser Schaugarten im KGV Flora Stötteritz

Derzeit entsteht unser öffentlicher, insektenfreundlicher Schaugarten in der Anlage 1 des Kleingartenvereins Flora e.V. in Leipzig-Stötteritz. Dort wollen wir zeigen, wie ein schöner Kleingarten aussehen kann, der sowohl dem Menschen als Erholungsort dient, als auch Insekten Lebensräume und Nahrung bietet. Zur Umsetzung fand zunächst ein Brainstorming statt. Wie kombinieren wir die Ansprüche des Gärtners mit denen von Insekten? Was soll in dem Garten angepflanzt werden? Welche Nisthilfen für Insekten können wir bauen?


Mit den ersten Ideen im Kopf besichtigten wir das uns zur Verfügung gestellte Gartenabteil. Es wurde ausgemessen, fotografiert und überlegt. Schließlich erstellten wir einen maßstabsgetreuen grafischen Plan und eine Materialienliste, mit allem, was wir benötigten. Damit ausgestattet, stellten wir das Projekt Anfang Juli bei einer offenen Veranstaltung des Gartenvereins, mit der Bitte um Sachspenden und Hilfe beim Umgestalten des Gartens, vor. Für den menschlichen Nutzen sollte der Garten eine Kräuterschnecke, ein Hochbeet und eine Sitzecke beinhalten. Für Insekten war der Bau eines Sandariums, eines Mini-Teichs und einer Totholzhecke geplant sowie das Anlegen von insektenfreundlichen Bereichen, beispielsweise durch eine wilde Wiese. Besonders wichtig war uns weiterhin die Vermittlung von Wissen. Dazu wurden Info-Tafeln ausgearbeitet, die in der Hütte des Garten angebracht werden sollen und erklären, welchen Nutzen die jeweiligen Module besitzen.

Nun ging es an die praktische Umsetzung. Dank der finanziellen Hilfe des Kleingartenvereins Flora e.V. konnten wir einen Großteil der benötigten Materialien im Baumarkt kaufen. Dazu gehörten beispielsweise Erde, Sand und Steine. Totholz oder auch Paletten für das Hochbeet wurden gespendet. Somit konnten wir am 28.07.2019 mit der Garten-Umgestaltung beginnen. Mit Sonnenhut, Tatendrang und Werkzeug ausgestattet, wurde zunächst ein Weg angelegt. Dazu gruben wir die Erde komplett um, entfernten das Gras, füllten den Weg mit Sand auf und platzierten die Begrenzungs- und Trittsteine. Aus dem Totholz schichteten wir eine Hecke auf, in der Insekten und Vögel Unterschlupf finden. Für das Sandarium wurde ein Loch mit circa 2m Durchmesser gegraben und mit geeignetem Sand aufgefüllt.

Aus einer alten Schüssel entstand ein kleines Wasserbecken, welches als Tränke, aber auch als Lebensraum für Insekten dient. Zum Schluss wurde das Hochbeet aus alten Paletten zusammengeschraubt und die Kräuterschnecke gebaut. Für letztere musste der Boden zuerst wieder gut umgegraben und von Gras entfernt werden. Danach schichteten wir Ziegel spiralförmig auf und füllten die Kräuterschnecke mit Erde. Zu beachten ist dabei die jeweilige Zusammensetzung der Erde, da in der Mitte andere Pflanzen wachsen werden als im äußeren Bereich der Schnecke. Auch dank der Hilfe zweier Freiwilliger war der Tag sehr erfolgreich und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Bepflanzung der Beete und der Kräuterschnecke sowie das Aussähen von Samen im wilden Bereich des Gartens ist für Herbst beziehungsweise nächsten Frühling geplant.    


Nun steht als nächstes die Fertigstellung der Info-Tafeln an, welche in der offenen Hütte hängen werden und Tipps sowie Nutzen der einzelnen Module (Hochbeet, Kräuterschnecke, Sandarium etc.) erläutern. Seid gespannt, wie es weitergeht!