Unsere Neuigkeiten

Werkstatt – Masterplan Grün

Vom //

Am Freitag, dem 21. Juni, waren wir eingeladen, um an der ersten Werkstatt für den Masterplan Grün teilzunehmen. Wir und weitere Verbände (NABU, BUND, Ökolöwe) konnten sich mit den Ämtern der Stadt Leipzig austauschen. Jeder Verband hatte die Möglichkeit, drei Kernanliegen zu präsentieren, welche anschließend diskutiert wurden.

Unsere Kernanliegen für den Masterplan Grün:

  1. Digitale Karte – Netzwerk der Lebensräume:
    Der Beitrag aller Beteiligten zum Schutz der biologischen Vielfalt muss kommuniziert und sichtbar gemacht werden. Deshalb soll eine Internetplattform/App entwickelt werden, auf der Privatpersonen, Betriebe, Wohnbaugesellschaften und die städtische Verwaltung die Flächen eintragen können, auf denen sie insektenfreundlich handeln.

  2. Lichtverschmutzung reduzieren:
    Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtung und Lichtwerbung hat starke negative Auswirkungen, insbesondere auf nachtaktive Insekten. Diese soll langfristig reduziert werden. Zusätzlich sollen geeignete Leuchtmittel eingesetzt werden  (z. B. Licht mit hohem Gelb- und Rotanteilen oder LEDs, da diese kein UV-Licht abstrahlen).

  3. Kommunikationskampagnen:
    Damit sich Anwohner nicht an scheinbar verwahrlosten Flächen stören, braucht es entsprechende Aufklärung. Deshalb soll gemeinsam  mit Leipzig summt! sowie weiteren Vereinen und Organisationen eine breite Kommunikationskampagne gestartet werden. 

Ergänzend zu unseren Vorschlägen, forderte der NABU Leipzig unter den Schlagwörtern “erkennen”, “aufwerten” und “bewahren” eine Veränderung der Pflege des öffentlichen Grüns, um die Artenvielfalt zu stärken. In der weiteren Diskussion stellte sich heraus, dass die Ämter der Stadt Leipzig nur wenige Daten über die vorkommenden Arten in unserer Stadt besitzen. Auch wenn der NABU Leipzig sich bereit erklärte, seine Daten den Ämtern der Stadt zur Verfügung zu stellen, waren sich dennoch alle einig, dass mehr getan werden muss.       

In den kommenden Monaten sollen nun unsere drei Kernanliegen und die Vorschläge der anderen Verbände in den Masterplan integriert werden. Anschließend wird es ein weiteres Treffen geben, um zu diskutieren, wie die Vorschläge aufgenommen wurden oder welche Vorschläge nicht in den Masterplan Grün passen (und warum nicht). 

Was würdet Ihr euch bezüglich des Stadtgrüns in Leipzig wünschen?

Blühstreifen und Langgraswiese

Blühstreifen in Leipziger Parks

Vom //

Blühstreifen-Langgraswiesen

 

Schaut man sich die Leipziger Parkwiesen an, wird schnell klar: hier herrscht keine Vielfalt. Von eigentlich 50-80 Pflanzenarten, die auf so einer Langgraswiese vertreten sein sollten, finden sich nur noch um die 10-15, zum Beispiel das Knaulgras, die Wiesenrispe, die Zaunwicke, der Wiesenkerbel, Spitz-und Breitwegerich. Ein Blühstreifen soll dieser Eintönigkeit abhilfe schaffen.

 

Im Zuge einer wissenschaftlichen Forschung der Hochschule Anhalt unter Leitung von Frau Prof. Dr. Annett Baasch wurden 20 Stellen in den Leipziger Parks ausgewählt, an denen Blühstreifen angelegt werden sollten, unter anderem im Clara-Zetkin-Park, Palmengarten und Friedenspark. Die Streuung auf viele Parks hilft nicht nur, die Bürger behutsam an die Veränderung in ihren Erholungsgebieten heranzuführen. Die in ihrer Größe relativ überschaubaren Streifen sind auch ein überschaubarer Kosten- und Arbeitseinsatz.

 

Auf einer Fläche von 50x3m wurde die Erde zuerst mit einer Umkehrfräse ca. 30cm tief umgegraben. Dann wurde im April das Saatgut gesät. Es stammt vom Hallenser Matthias Stolle und ist extra auf artenarme Wiesen ausgelegt, mit einer 50:50 Mischung aus Kräutern und Gräsern. Insgesamt wurden. So enthält die Mischung den Scharfen Hahnenfuß, die Wiesen-Platterbse, die Vogelwicke, die Wilde Möhre, die seltene Wiesenglockenblume, den Wiesenpippau, die rote Lichtnelke, die Kornblume, den Klatschmohn und viele weitere. Insgesamt wurden 45 Arten mit 6g Keimgut pro Quadratmeter ausgesät.

 

Mit ihren unterschiedlichen Blütenformen und -farben dienen diese Pflanzen nicht nur der Biodiversität, sie bieten auch Nahrung für die unterschiedlichsten Insektenarten. Nicht alle Arten werden direkt im ersten Jahr keimen und blühen. Doch gerade Klatschmohn und Kornblume bieten direkt in der ersten Blüte nicht nur dem menschlichen Auge, sondern auch den Insekten einen tollen Anblick!

 

Die Blühstreifen nennen sich eigentlich “Etablierungsfenster”, da sie nicht nur im angelegten Streifen für mehr biologische Vielfalt sorgen sollen, sondern im besten Fall ihre Sporen auf das ganze Gebiet, in diesem Fall die Leipziger Parkwiesen, verteilen. Allein durch den Wind wird dies jedoch kaum möglich sein, da die Leipziger Wiesen einen hohen Moosanteil aufweisen und den Sporen so wenig Rohboden zur Verfügung steht. In den kommenden anderthalb Jahren soll deswegen beobachtet werden, inwieweit noch weiter aktiv in die Wiese eingegriffen werden muss, zum Beispiel mit einer Entfernung des Mooses.

 

Da sich alle Blühstreifen im urbanen Raum (also in Stadtparks) befinden, kann nicht sichergestellt werden, dass sie nicht betreten oder intensiv genutzt werden. Pinke Stelen an den jeweiligen Seiten der Blühstreifen sollen zumindest auf das Projekt aufmerksam machen. Doch dies hilft natürlich nur demjenigen, der aktiv darauf schaut. Deswegen unsere Bitte an euch: Erzählt euren Freunden, was es mit diesen Streifen auf sich hat - und dass man die Streifen und das Projekt zur Biodiversität am besten schützt, in dem man alles in Ruhe lässt!

Die Stadt Leipzig informierte beim

Text und Bilder: Liv Rothaar

Übergabe des Aktionsplans an Rüdiger Dittmar
Übergabe des Aktionsplans von Leipzig summt! an Rüdiger Dittmar

Leipzig summt! beim MASTERPLAN GRÜN

Vom // Bürgerbeteiligung Stadtnatur